Technik für Hochtouren
Es gibt im Alpenraum mehrere gängige Bewertungssysteme für Hochtouren. Wir nehmen in unserem System Bezug auf die Skalen der Schweiz und Frankreich. Es versteht sich von selbst, dass bei extremeren Bedingungen (Sturm, Schnee, Eis, Nässe, Hitze usw.) auch eine höhere Schwierigkeit zustande kommt. Ein Puffer ist in der Selbsteinschätzung unbedingt ratsam!
Technik: Hochtourenkurse

Du bist Einsteiger und verfügst über keinerlei Erfahrung im Gehen mit Steigeisen. Vom Wandern bringst Du bereits erste Erfahrungen mit. Es handelt sich um Deinen ersten Kontakt mit der Thematik Hochtour. Normale Schindelfreiheit und Trittsicherheit sind die Grundvoraussetzung.
Technik: L = Leichte Hochtouren

Kenntnisse im Gehen mit Steigeisen sind für eine Teilnahme nicht zwingend erforderlich, aber von Vorteil. Du bezeichnest Dich als Einsteiger und kannst auf Erfahrungen aus dem wander- und/oder Kletter-/Klettersteigbereich zurückblicken. Es handelt sich um Deine erste Hochtour bzw. Du warst nur wenige Male unterwegs. Kenntnisse in der Spaltenbergung sind nicht erforderlich. Klettertechnische Schwierigkeiten bewegen sich überwiegend im II. Grad UIAA. Gratbegehungen erfordern zum Teil Schindelfreiheit und Trittsicherheit.
Technik: WS = wenig schwierige Hochtouren

Kenntnisse im Gehen mit Steigeisen sind für eine Teilnahme absolut notwendig und können über den positiven Ausgang einer Bergtour entscheiden. Eine erste Hochtourenerfahrung von vorhergehenden Touren oder einem Hochtourenkurs sowie Kenntnisse in der Spaltenbergung sind erwünscht, aber nicht zwingend erforderlich. Klettertechnische Schwierigkeiten bewegen sich überwiegend im II. Grad, teilweise auch im III. Grad UIAA. Längere Gratbegehungen erfordern Konzentration, Schindelfreiheit und Trittsicherheit.
Technik: ZS = ziemlich schwierige Hochtouren

Umfangreiche Hochtourenerfahrung - idealerweise an leichten und mittelschweren 3.000ern und evtl. auch 4.000ern - wird zwingend vorausgesetzt. Kenntnisse in der Spaltenbergung sind erwünscht, aber nicht zwingend erforderlich. Klettertechnische Schwierigkeiten bewegen sich überwiegend im II. Grad, teilweise im III. Grad, ganz selten im IV. Grad UIAA. Seilfreies Gehen im I. und II. Grad UIAA wird vorausgesetzt, in der Regel aber nicht eingefordert. Lange Gratbegehungen erfordern Konzentration, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit.
Technik: S = schwierige Hochtouren

Umfangreiche Hochtourenerfahrung aus den Bereichen ZS und WS - idealerweise an schwierigen 4.000ern der Westalpen - wird zwingend vorausgesetzt. Kenntnisse in der Spaltenbergung werden erwartet, sind aber nicht zwingend erforderlich. Klettertechnische Schwierigkeiten der Route bewegen sich in höheren Graden UIAA und machen das teilweise Sichern über Standplatz notwendig. Kenntnisse in der Sicherungstechnik sind daher erforderlich. Seilfreies Gehen im I. und II. Grad UIAA wird vorausgesetzt, in der Regel aber nicht eingefordert. Sehr lange Gratbegehungen erfordern stundenlange Konzentration, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Passagen im Fels mit Fixseilsicherung können auch selbstständig ohne Bergführer bewältigt werden.
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